Schon gerückblickt? v. Mi. 09. April bis Montag den 13. April

Montag, 13. April 2015

Freiwilligen-Cop, fragt ihr? Ja! Man kann da anscheinend $1000-$5000 an das Polizeirevier „spenden“, und dann drücken sie einem eine Dienstwaffe in die Hand und lassen einen mit einem Dienstwagen durch die Gegend kurven und rumballern. Der Mann wollte eigentlich mal einen Taser ausprobieren, aber hat auf die Schnelle Taser und Pistole verwechselt. Kann ja mal vorkommen!!! Auf welcher Safari geht denn nicht mal ein Schuss daneben?

Update: Öh, ach? Freiwilligen Polizeidienst gibt es auch in Deutschland.

Update: Es gibt ein Taser-Modell, das wie eine Schusswaffe aussieht und sich auch so anfühlt. Vielleicht hatte der mit so einem geübt?

Mit dem geplanten gemeinsamen „Rechen- und Dienstleistungszentrum Telekommunikationsüberwachung der Polizeien“ (RDZ) wollen Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein den finanziellen Aufwand für die Strafverfolgung und Gefahrenabwehr mittelfristig „optimieren“.

Aha? Strafverfolgung und Gefahrenabwehr, ja? So und jetzt klickt mal bitte auf den Link und guckt euch das Bild da an.

Vielen Dank, liebe Bildredaktion von Heise/dpa! Schöner kann man solchen Geheimdienstmist gar nicht illustrieren. Teufelsberg 2.0!

  • Hey, warte mal, wenn die Amis und der Iran sich geeinigt haben, dann kann man ja auch wieder Handel mit dem Iran treiben, ohne von den Amis angepisst zu werden, oder? Putin lässt da jedenfalls nichts anbrennen und hebt den Exportstopp für die lang erwarteten S-300 Raketenlieferungen an den Iran auf.

Das russische Importverbot für Lebensmittel aus der EU trifft deutsche Landwirte nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes (DBV) massiv. „Wir gehen allein im Jahr 2014 von Schäden in Höhe von rund 600 Millionen Euro aus“, sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied.

Herzlichen Glückwunsch! Wieso machen wir das noch gleich?

Slice Intelligence estimates that 957,000 people in the U.S. pre-ordered an Apple Watch on Friday, the first day the watch was available for sale. According to ereceipt data from a panel of two million online shoppers, each Apple Watch buyer ordered an average of 1.3 watches, spending $503.83 per watch.

Update: Hier geht gerade eine glaubwürdige Theorie ein, wieso die Leute 1,3 Uhren brauchen. Damit der Akku insgesamt einen Tag lang hält!

Update: Achtet übrigens mal auf die Formulierung. Bei mir: „will eine Impfpflicht“, beim ehemaligen Nachrichtenmagazin „droht mit Impfzwang“. Per Mail wies jemand darauf hin, man hätte auch „erwägt eine Impfpflicht“ schreiben können.


Sonntag, 12. April 2015

Wisst ihr noch, wie am Ende der Bush-Jahre einige befürchteten, Bush könnte Martial Law ausrufen und so die nächsten Präsidentschaftswahlen verschieben, um länger im Amt zu bleiben?

Ja, meine Damen und Herren, so funktioniert Diplomatie und Völkerverständigung!

  • Greg Palast hat schon 2006 geschildert, dass es zum Irakkrieg einen Konflikt zwischen Neocons und Big Oil gab. Die Neocons wollten OPEC und damit den Einfluss der Saudis zerstören, indem sie das billige irakische Öl massenhaft auf den Markt hauen, Scheiß auf OPEC und ihre Quotas. Big Oil wollte, dass der Irak so wenig Öl wie möglich fördert, damit es eine Knappheit gibt und der Preis hoch geht. Gewonnen hat am Ende Big Oil, die Entwicklung des Ölpreises könnt ihr euch ja selber anschauen.

Der Punkt ist aber, dass es eine Weile so aussah, als sei das ein Versehen gewesen. Als hätten eigentlich die Neocons die Politik gemacht und das habe sich nur durch einen Unfall („die Terroristen“) so entwickelt, wie Big Oil es wollte. Es drangen immer wieder Papiere an die Öffentlichkeit, die so aussahen, dass die Neocons sich durchgesetzt hätten.

Aber Greg Palast hat sich jetzt über fiese Tricks das offizielle Strategiepapier von Bush damals besorgt, und da steht drin:

The key was in the flow chart on page 15, Iraq Oil Regime Timeline & Scenario Analysis:

„…A single state-owned company …enhances a government’s relationship with OPEC.“

Und der Satz ist echt der Hammer, denn er belegt, dass das tatsächliche Ziel war, die Position der Saudis in OPEC zu stützen statt sie kaputtzumachen. Und damit ist auch klar, dass im Irak nicht für Öl gekämpft wurde, sondern für Kontrolle der Ölförderung, damit man so wenig wie möglich fördern kann, um die Profite hochzuhalten.

Greg bringt das wunderschön auf den Punkt:

Oil men, whether James Baker or George Bush or Dick Cheney, are not in the business of producing oil. They are in the business of producing profits.

And they’ve succeeded. Iraq, capable of producing six to 12 million barrels of oil a day, still exports well under its old OPEC quota of three million barrels.

Gut, er in dem Zeitraum auch über zwei Milliarden Dollar an Gebühren an die Broker und Fondsmanager gezahlt (das sind 97% des Gesamtertrages), aber hey, Gewinn ist Gewinn!1!!

Update: Bloomberg eilt den Bankstern zur Seite und weist darauf hin, dass das im Vergleich gar nicht so viel Gebühren sind, und dass ja doch noch einiges hängen geblieben ist.

Ja nee, klar.


Samstag, 11. April 2015

Die betroffene Rohrleitung gehört zu einem System, mit dem radioaktiv belastetes Abwasser gesammelt und aufgefangen wird.


Freitag 10. April 2015

Ich fasse den Fall mal zusammen.

Ein Schüler hat sich auf einem Schulrechner als Admin eingeloggt und den Desktophintergrund geändert. Dafür hat er das Admin-Passwort verwendet, welches der Nachname des Lehrers war. Woher wusste der Schüler das? Der Lehrer hatte das Passwort eingegeben, während die Schüler daneben saßen und zuguckten. Und welche Konsequenzen zieht die Schule jetzt?

The school district is in the process of changing the network password, district spokeswoman Linda Cobbe said.

Nota bene: the password. Singular. Und sie sind in the process. So schnell geht das nicht!

Ist ja auch kein Wunder, die haben wichtigere Dinge zu tun. Überwachungskameras aufstellen und Terroristen jagen und so.

Es ist sicherlich nicht in Ordnung, das Handy von Frau Merkel abzuhören. Bitte, aber es war reichlich unvorsichtig, dass Frau Merkel ein Handy nutzte, das auf ihren Namen zugelassen war. Ein solches Handy kann jeder abhören, das geht ganz leicht. Also weiß man, die Chinesen hören das ab, die Russen und wer weiß noch. Die Internet-Experten nennen so etwas einen honey pot. Der hat eben auch die Amerikaner angelockt, die sich auf denselben Informationsstand wie ihre politischen Konkurrenten bringen wollten.

Ach so ist das! Völlig missverstanden, die armen Amerikaner!

Frank Schirrmacher hat von der Verschmelzung wirtschaftlicher und militärischer Macht gesprochen, diese Warnung sollten wir ernst nehmen. Es besteht die Gefahr, dass über das Internet eine Art anonyme Schattenregierung entsteht, die allmählich mehr Macht bekommt als die politischen Institutionen. Dies wäre eine sehr gefährliche Entwicklung, die am Ende die individuelle Autonomie von uns Menschen bedroht.

Das finde ich eine zentrale Aussage zum Verständnis dessen, wieso die Politik immer Internetsperren und Vorratsdatenspeicherung und so will. Die fühlen sich existenziell bedroht vom Internet! Die haben schlicht Angst. Das sind ängstliche alte Männer mit Kugelschreibern.

Warum? Na weil der Verband der Fleischindustrie das Wort „Gammelfleisch“ als Marke hat schützen lassen.

Update: HAHA nein wie geil! Ich dachte, ich steigere mal eure Medienkompetenz und verlinke eine Satire-Site, und dann stellt sich raus, dass es seit 2008 tatsächlich eine Marken-Eintragung für „Gammelfleisch“ gibt! Oh Mann.

  • Verwendet hier eigentlich jemand NQ Vault? Hoffentlich nicht.
  • Kleiner Lacher am Rande zu den U-Booten für Israel. Die Hersteller-Werft hieß bis 2011 HDW (Howaldtswerke-Deutsche-Werft). Das war OK.

Dann hießen sie „Abu Dhabi Mar Kiel“. Das klingt arabisch, da kann Israel keine U-Booten her beziehen, völlig klar. Deshalb (es geht auch um Korvetten für die israelische Marine) heißt sie jetzt German Naval Yards.

  • Old and busted: Minijob-Zentrale der Rentenversicherung bucht von deinem Konto ab.

Die Stadt [Hamburg] plant Obdachlosencontainer an Touristen zu vermieten, während Flüchtlinge wieder in Zelten schlafen.

Da weiß man, was man hat!

  • Wie kamen die Hacker bei TV5 rein?

Hier ist eine Theorie: Das Zugangspasswort stand auf einem Zettel an der Wand, und das war in einer Ausstrahlung ablesbar.


Dienstag 09. April 2015

Hacker haben TV5 runtergefahren, für Stunden waren alle 11 Sender nicht verfügbar. Das ist sicher einer der heftigsten Angriffe dieser Art, den wir bisher hatten. Ich denke mal, dass das grenzenübergreifend Konsequenzen haben wird, wie wir mit IT umgehen.

  • Old and busted: Radioaktives Fukushima-Wasser in den Ozean kippen.

Update: Das war übrigens eine Medienkompetenzübung. Glückwunsch an die, die es gemerkt haben. Das Problem bei radioaktivem Wasser ist nicht, dass das Wasser selbst strahlt, sondern dass darin strahlente Teile gelöst sind. Wenn man das Wasser verdunsten lässt, ist das wie Destillieren. Der radioaktive Teil bleibt im Container.

Update: Jaja, bis auf das Tritium. Das verdunstet wahrscheinlich mit. Aber dafür gibt es keine gute Lösung. Die diskutierte Alternative war, das in den Ozean zu kippen. Dort würde es perspektivisch auch verdunsten und als Regen runterkommen.

  •  Der aktuell schnellste Supercomputer steht in China, das werden wahrscheinlich viele Nerds von euch wissen. Er heißt Tianhe-2 und steht beim Guangzhou Supercomputer Center. Im Gegensatz zu früheren Versuchen Chinas besteht er aus Intel-Technik, also US-Technologie.

Was jetzt rauskam: Die Chinesen wollten den nochmal verdoppeln, auf 110 PFLOPS. Aber die US-Regierung hat Intel überraschend den Export verboten.

Ob da jemand am Hintern entzündet war, weil die Chinesen so deutlich die Top 500 anführen? Ganz unsportlich jedenfalls, und ausgesprochen schlechte Verlierer, diese Amis.

Bonus: Es hat mit out-of-band TCP data zu tun. Damit haben wir schon in den 80ern Netzwerkdienste abgeschossen *schwelg*

Impact: A local application may escalate privileges using a compromised service intended to run with reduced privileges.

Description: setreuid and setregid system calls failed to drop privileges permanently. This issue was addressed by correctly dropping privileges.

Apple, fuck yeah!

  • Kennt ihr Valentina Lisitsa? Wenn nicht: DasistbegnadetePianistin aus der Ukraine. Die hat vor vielen Jahren schon angefangen, sich selbst beim Üben zu filmen und das bei Youtube hochzuladen. Wer wie ich ein Freund von den Etüden und Nocturnes von Chopin ist, kann sich da ja mal ein paar Tage auf Youtube durchhören. Viel Spaß!

Ich erwähne das, weil die gute Frau gerade ein Problem hat. Und zwar sollte sie auf Einladung des Toronto-Symphonieorchesters Rachmaninoff spielen, aber als rauskam, dass sie unter einem Pseudonym auf Twitter im Ukrainekonflikt die aktuelle Regierung der Ukraine beschimpft hat, haben die Symphoniker einen Rückzieher gemacht und sie ausgeladen. Sie bieten zwar an, ihr das versprochene Geld zu zahlen, aber auftreten soll sie nicht. Sie selbst hat sich hier geäußert.

Mal unter uns: Auch wenn ihr keinen Bock auf Politik habt, diese wunderschöne Klaviermusik müsst ihr hören! 


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